WohnZone

Es sollen vier bis fünf genossenschaftliche Bauprojekte für ungefähr je 100 Personen realisiert werden. Ein Architekturteam entwickelt ein übergreifendes Gesamtkonzept, das in einem nächsten Schritt von einzelnen Genossenschaften eigenverantwortlich und individuell umgesetzt wird.

Es sollen verschiedene und flexible Wohntypen und Wohnungsgrössen angeboten werden. Dies lässt eine breite Durchmischung von Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen und mit unterschiedlichen Bedürfnissen zu. Singlewohnungen befinden sich neben Familienwohnungen, Alterswohnungen neben Wohnateliers, Wohnungen für Menschen mit Betreuungsbedarf neben Wohngemeinschaften. Gemeinschaftliche Räume mit flexiblen Nutzungen sind ebenso Teil des Angebots.

Es soll bezahlbarer Wohn- und Lebensraum zur Verfügung gestellt werden. Interne Fonds schaffen Zugang für Personen mit wenig Einkommen.
Durch geteilte Infrastruktur und Räume können Aufwand und Kosten reduziert werden. Gemeinsam genutzte Besucherwohnungen ersetzen beispielsweise das private Gästezimmer. Ein gemeinschaftlich betriebenes Lebensmitteldepot tritt an die Stelle der individuellen Vorratskammer.

WerkZone

Die Werkzone steht für offenes und gemeinschaftliches Arbeiten und für das Teilen von Arbeitsraum und Infrastruktur.
Allrounder, Laien und SpezialistInnen treffen hier aufeinander und können transdisziplinär kooperieren. Es werden Werkzeuge, Materialien, Maschinen und Know-how getauscht oder kostengünstig zur Verfügung gestellt.
Das Angebot soll so breit wie möglich sein. Neben klassischen Werkstätten für Holz und Metall sollen auch Studios für künstlerische Aktivitäten (Musik/Film) bis hin zu Schreib- und digitalen Werkstätten Platz finden.
In einer digitalen Mediathek (Wissensdatenbank) stehen selbsterarbeitete oder aus anderen Quellen stammende Anleitungen und Tutorials zur Verfügung.

Das Angebot soll nicht nur den anderen Zonen, sondern auch der Nachbarschaft kostengünstig zur Verfügung stehen.

Neben den offenen Werkstätten ist der Community-Bereich ein wichtiger Bestandteil der Werkzone. Hier können sich temporäre Projekte ansiedeln. Solche Gästeplätze fördern den Austausch und die Weiterentwicklung.
Ein zentraler Raum kann für gemeinsame Aktivitäten, Vorträge, Ausstellungen, Branchentreffen oder Podiumsdiskussionen genutzt werden. Durch regelmäßige Veranstaltungen wird die Werkzone auch zum Ort der Auseinandersetzung mit regionaler und überregionaler Ausstrahlung.
Mögliche Beispiele für offene Werkstätten sind OpenSource, FabLabs, Makerspaces, Urban Gardening, Food Sharing, Recyclingwerkstätten, Nähsalons, D.I.Y-Projekte, Co-workingspaces und Reparaturcafés.

Sozio-KulturZone

Die Zone Soziokultur steht für Begegnung, Austausch, Beratung, Unterstützung, gemeinschaftliche Aktivitäten, Bildung, Kultur und Kunst. Vielfalt und Durchmischung sind auch hier zentrale Elemente.
Diese Zone spricht Kulturschaffende, KünstlerInnen, soziokulturelle und soziale Projekte an, die sich mit der Gesamtvision des Projekts ‚Dreieck Klybeck’ identifizieren können und diese aktiv mitgestalten möchten. Kultur wird als Ausdruck der alltäglichen Lebenswelt und gemeinschaftlicher Interaktion verstanden.

Tanz- und Bewegungskurse, Theateraktivitäten, Konzerte, Ausstellungen, (Kultur-) Gastronomie, Workshops, Konferenzen, Kongresse und vieles mehr sollen hier stattfinden. Daneben hat es Raum für Ateliers- und Arbeitsplätze. Ebenfalls können in diesen Bereich soziale Institutionen wie beispielsweise Jugendhäuser, Beratungsstellen oder Treffpunkte Raum finden.

Diese Zone bildet durch ihren öffentlichkeitswirksamen Charakter eine wichtige Schnittstelle zum umliegenden Quartier. Selbstverständlich richten sich soziale und kulturelle Angebote auch an die nähere und weitere Nachbarschaft.

GewerbeZone

Die Gewerbezone bietet Platz für Unternehmen aller Art. Im Zentrum stehen Läden, klassische (Handwerks-)betriebe, kreativwirtschaftliche Projekte und Start-Ups, die Angebote für die Anwohner und NutzerInnen des Dreiecks Klybeck, aber auch für die weitere Nachbarschaft generieren. Ziel ist eine vielfältige Mischung von Gewerbe und Dienstleistungen, die zu einem Alltag der kurzen Wege führt. Möglichst alle Artikel des täglichen Lebens sind in Gehdistanz erhältlich.

Angesprochen sind Betriebe, die ihr Angebot in einem lebhaften und innovativen Quartier platzieren und gleichzeitig die Vision einer multifunktionalen und nachhaltigen Nachbarschaft mitgestalten möchten.
Es wird begrüsst, wenn sich professionelle Anbieter der Gewerbezone auch in der WerkZone engagieren.

Grundsätzlich wird diese Zone unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten betrieben. Um eine hohe Diversität zu ermöglichen sind Subventionen denkbar.

Wieso ein Leitbild?

Das Leitbild soll Vereinsmitgliedern, der Projektgruppe und weiteren Interessierten Klarheit bezüglich unseres Selbstverständnisses und den gegenseitigen Erwartungen verschaffen. In diesem Sinne beschreibt es, ausgehend vom heutigen Zustand, die Inhalte des dreieck klybeck und die Richtung, in welche wir uns als Verein und mit dem Projekt VWK entwickeln möchten. Das Leitbild ist im Prozess der ständigen Weiterentwicklung.

Fact & Figures


Nördlicher Abschnitt Parzelle 3090: 17’500m2
Wohnzone: 7’500m2, ca. 400 Einwohnerinnen
SozioKulturZone: Geschossfläche: 5’000m2 Hauptnutzfläche: 3’400m2
Werkzone: Geschossfläche: 5’300m2
Hauptnutzfläche: 3’500m2
Gewerbezone: Geschossfläche: 6’600m2
Hauptnutzfläche: 4’300m2

Erhalt Bausubstanz/Neubau
Die Werk-, Soziokultur- und Gewerbezone sollen in die fünf bereits bestehenden Büro- und Laborgebäude einziehen. Diese sollen mit möglichst wenig Aufwand umgenutzt werden. Der Erhalt alter Bausubstanz ist wesentlicher Bestandteil des Projekts.

Ort
Die Parzelle 3090 liegt im unteren Kleinbasel im Klybeck und grenzt im Norden an die Klybeckstrasse und die Häuser der Wohngenossenschaft Klybeck (WGK), im Süden an die arealinterne Verlängerung der Mauerstrasse und dem dahinterliegenden Industriegelände, im Westen Richtung Rhein an den Altrheinweg.

Überblick Werk Klybeck Nord

Kern des räumlichen Entwurfs unserer Vision ist einerseits eine integrative Haltung gegenüber den bestehenden architektonischen Strukturen und Bauten, andererseits eine in Etappen gedachte Entwicklung von Neubauten. Es werden städtebauliche Ordnungen gesucht, welche aus dieser heterogenen Situation heraus erarbeitet werden und günstigen und verschiedenartigen Wohn–, Kultur-, und Gewerberaum für breite Anforderungen zum Ziel haben.

Durch das Miteinander von Alt und Neu erhalten die verschiedenen ArealZonen einen individuellen Charakter. Das Gebiet schafft einen Übergang von den Strassenräumen des Blockrandgebiets Klybeck und dem funktionalen Asphaltteppich des Industriegebiets, die sich entlang der Kleinhüningerstrasse verzahnen.

Die Vielfalt und Grössen der bestehenden Industriebauten ermöglichen eine Umnutzung und setzen die Basis für ein multifunktionales Areal. Ebenso ermöglichen die vorhandenen Bauten einen “direkten und schnellen” Projektstart  und können ohne grossen Mehraufwand genutzt werden.
Die Neubauten setzen gezielt auf eine Förderung des gemeinnützigen Wohnungsbaus. Als Partner stehen verschiedene engagierte Wohn- und Baugenossenschaften im Fokus, die zusammen ein multifunktionales Areal aufbauen und entwickeln möchten.

Räumliche Verortung

Das Areal befindet sich im Norden Basels, im Klybeck Quartier.

verortung

Die Nachbarschaft des Areals kann durch die nachfolgenden vier Gebiete charakterisiert werden:

a) Das Industriegebiet, geprägt beispielsweise durch Novartis und BASF
b) Das Wohnquartier Klybeck
c) Das Entwicklungsgebiet Hafen
d) Das Naherholungsgebiet Rhein

Durch die Entwicklung unserer Vision, könnte das Areal eine Schnittstelle bilden für die genannten, bereits bestehenden Nachbarschaften.

 

nachbarschaft

In der nächsten Umgebung des Areals befinden sich Industrie- und Wohnbauten. Es wird im Westen durch den Altrheinweg und im Norden und Osten durch die Klybeckstrasse begrenzt. Im Süden ist die Grenze durch eine parallel zur Achse der Mauerstrasse verlaufende Arealstrasse gesetzt.

umgebung

 

Städtebauliche Entwicklungssmöglichkeiten des Areals

An dieser Stelle möchten wir eine mögliche Strategie für die städtebaulichen Entwicklungsmöglichkeiten des Areals aufzeigen. Sie ist ein erster Entwurf zur Umsetzung des Dreieck Klybeck.

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verdichtung[/one_half][one_half_last]

Für unsere städtebauliche Betrachtung des Areals haben wir die folgenden zwei Varianten untersucht:
1. Die Reinterpretation und Wiederaufnahme der im Quartier bestehenden Blockrand-Architektur sowie die Wiederherstellung der Kleinhünigerstrasse.
2. Die Weiterführung des von der Industrie vorgegebenen Erschliessungsmusters.

Variante 2 scheint uns die sinnvollere Lösung. Diese lässt einerseits eine stärkere Verdichtung  des Raumes zu, andererseits müssen keine Gebäude abgerissen werden. Der Bestand kann so direkt übernommen und integriert werden. Die Nutzung kann teilweise ohne grosse Umbaupause starten.

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Im Detail kann unser städtebauliches Entwicklungsszenario durch nachfolgend genannte Leitideen genauer charakterisiert werden:

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Etappierbarkeit

Die bestehenden Bauten können in Etappen verdichtet werden. Nach und nach kann neu gebaut und die bestehenden Erschliessungssysteme ausgebaut werden.

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Übergang von Wohnen via Werken zu Gewerbe
Anschliessend an die bereits bestehenden Wohnungen der WG Klybeck soll auf dem Areal zusätzlicher Wohnraum entstehen. Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich das Gewerbe. Dazwischen dient die Zone Soziokultur und die Werkstätten der WerkZone als das Zentrum des Areals.

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proximity

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Verdichtung
Aufgrund der seit Jahren bekannten Zersiedelungsproblematik, streben wir eine verdichtete Bauweise innerhalb der städtischen Bebauung an.

Proximity / 5min Konzept:
Zentrale Dienstleitungen sollten innerhalb von 5 Gehminuten erreichbar sein.

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oeffentlichen_nutzung[/one_half][one_half_last]

Das Zentrum der Community, der grosse Platz um den Zentralbau, soll ein Treffpunkt für die Community werden.

Urbanität
Urbanität entsteht auf der Strasse. Die strassenseitigen Erdgeschosse werden mit öffentlich zugänglichen Nutzungen belegt.

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erholungsraum[/one_half][one_half_last]

Begrünung
Es soll, wo immer möglich, grüner Aussenraum entstehen. Gesunde und bestehende Bäume sollen erhalten werden, Flachdächer möglichst begehbar sein. Es können Terrassen und Balkone gebaut werden. So entsteht vielfältiger Erholungsraum im Grünen.

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Bildschirmfoto vom 2014-12-15 18:19:38[/one_half][one_half_last]

Höhenstaffelung
Um den Besonnungsanteil der nördlich gelegenen Bauten nicht zu verkleinern, sollen hohe Bauten im Süden platziert werden.

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Unsere Vision

Im Werkareal Klybeck soll ein Raum entstehen für Menschen, die an gemeinschaftlichen Teilen, an einer Nachbarschaft, an Austausch, Nachhaltigkeit, Synergiennutzung und Wissensvermittlung in einem urbanen Milieu interessiert sind. Wir möchten das Neben- und Miteinander von Wohnen, Soziokultur, Arbeiten und Gewerbe ermöglichen und so Menschen und ihre Lebensentwürfe fördern, welche sich an den eingangs genannten Ideen orientieren. Dadurch schonen wir natürliche Ressourcen, sparen Geld, leben gut und unterhalten uns bestens.

Vielfältige Mischnutzung

Wir streben eine vielfältige Mischnutzung des Areals an. So kann eine neue multifunktionale Nachbarschaft in einer Stadt entstehen. Das bedeutet ein Mit- und Nebeneinander aus Wohnen, Gewerbe, Soziokultur, Kreativwirtschaft, Offenen Werkstätten, Gastrobetrieben und Vermittlungsprojekten. Besonders interessiert sind wir an der Realisierung von generationsübergreifenden Wohnprojekten.

Für die Planung und Ausarbeitung unserer Vision werden die verschiedenen Nutzungsszenarien unter die vier Zonen Gewerbe, Soziokultur, Werken und Wohnen zusammengefasst.

Historische Entwicklung des Quartiers

1900
Die Kleinhüningerstrasse verbindet Basel mit dem Fischerdorf Kleinhüningen. Das Klybeckschloss, eigentlich eine Mühle aus dem 13. Jahrhundert, ist die erste Bebauung des Quartiers (abgebrochen 1955) in der heutigen Schlossgasse. Die Klybeckstrasse führt am „Schlösschen“ vorbei auf die ehemalige Klybeckinsel, die mit einer kleinen Holzbrücke verbunden war. Das Gesamtareal ist vorwiegend landwirtschaftlich genutzt. Erste Bauten der chemischen Industrie siedeln sich am Rheinufer an.

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Klybeck 1884
Klybeck 1884

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Klybeck_1900

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1918
Die chemische Industrie expandiert und verdichtet sich in starkem Masse. Das Wohngebiet des Klybeck beginnt sich ausgehend von der Kleinhüningerstrasse zu entwickeln und besteht zum grössten Teil aus dem Typus der „Mietskaserne“. Die Insel wird aufgeschüttet und bildet den Grundstein für den Bau der Hafenbahn. Die beiden Tramdepots und der Friedhof entstehen.

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Klybeck 1934
Klybeck 1934

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Klybeck_1918

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1945
Das Industriegebiet ist nun flächendeckend bebaut. Mit den Brückenschlägen über die Wiese, löst die Gärtnerstrasse die Kleinhüningerstrasse als Hauptinfrastrukturachse ab. Die Bebauung des Wohnquartiers verdichtet sich und ist bis Ende der 1940er Jahre zum grössten Teil abgeschlossen. Der Friedhof wird 1932 geschlossen und dient nun als städtischer Erholungsort.

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CIBA 1965
CIBA 1965

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Klybeck_1945

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2015
In den 1950er Jahren verleibt sich die CIBA den Anschluss der Kleinhüningerstrasse ein, wodurch die ehemalige Hauptstrasse heute in einer Sackgasse endet. Die Struktur des Industriegebiets wandelt sich von einem Teppich hin zu einer Abfolge von Solitärbauten. Die Promenade am Rheinufer wird 2013 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und erste Zwischennutzungen beleben das Areal. Die Infrastrukturgebäude werden nach und nach abgebrochen.

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Klybeck 2014
Klybeck 2014

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Klybeck_2015

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Gemeinschaftliche Lebens-, Wohn- und Arbeitsformen

Wir versuchen gemeinschaftliche Lebens-, Wohn- und Arbeitsformen in einem städtischen Kontext zu erproben. Sozial und kulturell nachhaltige, genussreiche und ökologische Lebens- und Arbeitsweisen sollen dabei ermöglicht und gefördert werden. Es werden Gefässe und Strukturen geschaffen, welche eine gemeinsame Bewirtschaftung des Areals, die Nutzung gemeinsam geteilter Güter, Synergien und Wissenstransfer zwischen den einzelnen Projekten ermöglichen.

 

Multifunktionale Nachbarschaft

Wir orientieren uns an dem Konzept der Multifunktionalen Nachbarschaft. Dieses benutzt die räumliche Nähe als Ansatz für soziale und ökologische Nachhaltigkeit: Das Potential der Nachbarschaften für Dienstleistungen,  Teilen und geringerem Flächen- und Energieverbrauch soll bewusst genutzt und gefördert werden.

Eine Multifunktionale Nachbarschaft organisiert sich als eine Art Mikrozentrum, wo für den Einzelnen eine sogenannte “Versorgung in Pantoffeldistanz” möglich ist. Alles für den Alltag Notwendige ist in Gehweite erreichbar. Dies ist sowohl sozial, als auch ökologisch nachhaltig. Herz der multifunktionalen Nachbarschaft sind die gemeinschaftlich geteilten Infrastrukturen oder Commons. Diese werden je nach Situation, Bedürfnissen und Vorlieben der Mieter, Nutzer und Mitglieder ausgestaltet.

 

Erschwingliche Mieten für Wohnen, Arbeiten und Leben

Wir glauben, dass günstige Mieten eine wichtige Voraussetzung sind für die angestrebte soziale Durchmischung, für ökologische und soziale Nachhaltigkeit und für die Integration unseres Projektes in die bestehenden Quartierstrukturen.

Durch preisgünstige Mieten kann ein niederschwelliger Zugang gewährleistet werden und es entsteht Raum für Innovation und Gemeinschaftlichkeit. Die Kosten können gesenkt werden durch den Aufbau einer multifunktionalen Nachbarschaft, durch Commons und gemeinsam bewirtschafteten Infrastrukturen. Und dadurch, dass die NutzerInnen mit ihren Fähigkeiten und ihrem Know-How in die Organisation und den Betrieb miteinbezogen werden.

Gemeinsame Infrastruktur

Wir betreiben gemeinsam Räume, Projekte und Infrastrukturen. Beispiele hierfür können sein: Grossküche, Offene Werkstätten,  Bar, Hamman, Musikräume, Meditationsräume, Lebensmitteldepot, Wäscherei,  Gästehaus, Kindergrippe, Gemeinschaftsgarten oder beispielsweise eine Brauerei. Auch Werkzeuge, Maschinen, Know-How oder Baurechte können gemeinschaftlich geteilt werden. Das senkt die Kosten und schont Ressourcen.

Die gemeinsame Infrastruktur betreiben wir zum Nutzen aller Mieter. Gleichzeitig schonen wir so unsere Ressourcen und ermöglichen Gemeinschaft, Austausch und neue Möglichkeiten zur Entwicklung eigener Projekte. Teile der Infrastruktur, wie beispielsweise Werkstätten, sollen zugänglich sein für Menschen aus dem Quartier und der Region. Falls nötig ziehen wir Profis zum professionellen Betrieb der Infrastrukturen hinzu, wobei ein gewisser Einsatz aller Mieter nötig ist. Im Gegenzug stehen privat oder projektbezogen weniger Auslagen und Arbeit an. Als Zweckverband stellen wir in erster Linie gemeinsam genutzte Infrastruktur bevorzugt genossenschaftlich bereit.

Die Entwicklung eines gemeinsamen Lebensmitteldepot ist uns ein Anliegen. Wir brauchen so keine Lebensmittel zu horten, können sie unter den besten Bedingungen lagern und sparen zudem Zeit für den Einkauf. Damit leisten wir einen Beitrag, um den globalen Nahrungsmittelverschleiss reduzieren, ohne verzichten zu müssen. Die individuelle Versorgung wird zudem qualitativ besser.

Commons

Unter dem Begriff Commons verstehen wir gemeinsam geteilte Gemeingüter, Eigentum, Infrastrukturen, Dienstleistungen und Know-How. Wir erleben zurzeit eine Vielzahl von Initiativen und Kräften, die das Prinzip des gemeinschaftlichen Teilens auf verschiedenen Ebenen als Grundsatz vorantreiben. Gleichzeitig sind diese Projekte auch geprägt durch die Open Source-Idee – von öffentlich, frei zugänglichem Wissen. Beispiele sind: OpenSource, Urban Gardening, Food Sharing, Offene Werkstätten und D.I.Y-Projekte.

Durch die Etablierung von Commons können gemeinsame Synergien und Ressourcen genutzt werden. Zusätzlich glauben wir, dass Commons unsere Eigenständigkeit und Versorgungssicherheit fördern und ressourcenschonend für Umwelt und Menschen sind. Wir orientieren uns für die Umsetzung an Ideen der Commons-Bewegung. Wenn Trends und Neuerungen für uns Sinn machen, versuchen wir diese zu integrieren.

 

Grundsätze des gemeinschaftlichen Handelns

Basisdemokratisch
Die Organisationstrukturen und Ideen für die gemeinsam geteilten Infrastrukturen werden gemeinschaftlich und basisdemokratisch entwickelt. Ein aktiver Partizipationsprozess aller Mieter ist von Beginn an zentraler Bestandteil für die Realisierung unserer Vision. Wir etablieren zudem Strukturen, welche Transformation, Wandel und Innovationen erlauben.

Freiwilligenarbeit und Partzipation
Auch Zeit kann in Form von Dienstleistungen und unbezahlter Freiwilligenarbeit geteilt werden. Wir versuchen als Nutzer und Mieter zusammen zu wirtschaften. Zum Betrieb der Infrastruktur und deren Verwaltung ist ein gewisser Einsatz aller nötig und obligatorisch. Dafür hat man als Einzelner weniger Auslagen und weniger Arbeit zu verrichten und damit mehr individuelle Zeit und Möglichkeiten. Gegenseitige Dienstleistungen und Freiwilligenarbeit könnten in einer eigenen Währung verrechnet werden.

Transparenz, Self-Empowerment und niederschwellige Wissensvermittlung
Transparenz in unserer Projektentwicklung und im gemeinsamen Austausch ist uns wichtig. Gleichzeitig soll Transparenz ein Prinzip sein, an dem sich die gemeinschaftliche Organisation und der Betrieb orientieren. Analog Open Source wollen wir unsere Inhalte offenlegen und damit zugänglich machen. Gleichzeitig kann durch die Transparenz Know-How weitergeben und niederschwellige Wissensvermittlung gefördert werden. Auch das Prinzip des Self-Empowerment ist uns ein wichtiges Anliegen. Es geht uns also weniger darum, Erfindungen zu patentieren, als andere dazu zu befähigen, dies selbst tun zu können. Somit können gegenseitige Lern- und Lehrprozese gefördert werden.

Community – Zusammen arbeiten, zusammen leben
Alle Mitglieder beteiligen sich an der Gestaltung und Weiterentwicklung des Gesamtprojektes. Sie arbeiten in übergreifenden Projekten, in Arbeitsgruppen oder im Vorstand mit. Dieses Miteinander ist die Voraussetzung für die Umsetzung unserer Philosophie. Dazu etablieren wir Plattformen wie beispielsweise ein Plenum für die Meinungsbildung und Arbeitsgruppen. Wir respektieren verschiedene Meinungen, kommunizieren offen und tragen Konflikte aus.

Förderung von Begegnung und Austausch
Die Gemeinschaft wird grossgeschrieben und stellt den Nutzerinnen eine breite Palette gemeinschaftlicher Räume zur Verfügung, die Begegnung und Austausch fördern oder Bedürfnisse abdecken, für die es in der Wohnung oder im Büro zu wenig Platz gibt: beispielsweise einen Gemeinschaftsgarten, eine Kantine, einen Waschsalon, Büroarbeitsplätze, Schulungs- und Sitzungsräume oder ein Gästehaus.


Nachhaltigkeit

Wir entwickeln Wohn- und Arbeitsformen, die sich an sozialen, kulturellen und ökologisch nachhaltigen Kriterien orientieren. Bei Umnutzung und Neubauten orientieren wir uns an den Zielen der 2000 Watt Gesellschaft. Dafür etablieren wir Strukturen und schaffen wir Voraussetzungen.

Unsere Projekte ergeben einen sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Mehrwert, sowohl für die Gesellschaft als auch für die einzelnen Bewohner. Nachhaltigkeit wird projektspezifisch interpretiert. Im Sinne einer sozialen Nachhaltigkeit fördern wir auch Projekte, welche zur Gesundheitserhaltung und Prävention beitragen.

Leben in der Stadt

Wir verstehen unser Projekt als Teil eines Quartiers, einer bereits bestehenden Nachbarschaft und einer Stadt. Eine räumliche Verdichtung unseres Projektes im Werkareal Klybeck erscheint uns ressourcenschonend. Wir streben eine Vernetzung und Einbindung der Bewohner des Quartiers und mit bereits bestehenden lokalen und regionalen Projekte an. Wir sehen die VWK zusätzlich als Beitrag zu einer offenen Stadt.

Städtebauliche Studie

Der Verein Dreieck Klybeck und die Wohngenossenschaft Klybeck haben 2018 einem vierköpfigen Architekturteam den Auftrag zu einer städtebaulichen Studie erteilt. Das Team hat vier verschiedene Varianten entwickelt.


DREIECK KLYBECK – STÄDTEBAULICHE VERTIEFUNGSSTUDIE

Ausgangslage und Ziele

Der Verein «Dreieck Klybeck» möchte ein ca. 2.3 ha grosses Areal zwischen der Klybeckstrasse und dem Altrheinweg langfristig zu einem gemeinschaftlich bewirtschafteten Wohn-, Werk- und Aufenthaltsort mit einem starken Bezug zum umliegenden Quartier transformieren. Die bestehenden Wohn- und Atelierhäuser an der Klybeckstrasse und am Altrheinweg liegen in der Bauzone 4 und befinden sich seit 2004 im Besitz der Wohngenossenschaft Klybeck. Ein weit grösserer Teil des Areals liegt in der Industriezone und umfasst nebst Parkplätzen und sonstigen Freiflächen mehrere Bestandsbauten, die von der Landeigentümerin BASF nicht mehr genutzt werden.

Der Verein «Dreieck Klybeck» wurde 2014 von einer Arbeitsgruppe aus dem Umfeld des Werkraum Warteck pp und der Wohngenossenschaft Klybeck gegründet mit dem Ziel, die bisherige Arbeit an der Visionierung dieses Vorhabens unter einem gemeinsamen Dach fortzuführen. Bei einem Treffen im Herbst 2017 wurde das Projekt einer langfristigen Neubelebung und Bewirtschaftung des betreffenden Areals den drei Planungspartnern von «klybeckplus» in seinen Grundzügen präsentiert.

Mit der städtebaulichen Vertiefungsstudie sollte im Hinblick auf ein weiteres Treffen, das Herbst 2018 stattgefunden hat, die Vorstellungen der Projektgruppe konkretisiert werden. Als dringlichste Aufgabe hat sich hierbei die Frage nach dem passenden städtebaulichen Grundkonzept herauskristallisiert. Insbesondere für die WohnZone im Westen des Areals gilt es genau zu klären, welche Flächen diese belegen soll und welche stadträumlichen und baulichen Typologien möglich, sinnvoll und wünschbar sind. Für das ganze Areal ist überdies von grosser Bedeutung, wie sich die Neubauten auf den – grösstenteils wertvollen und somit erhaltenswerten – Bestand beziehen und welche Freiräume sich daraus ergeben.

Die vorliegende Vertiefungsstudie, die von Januar bis Mai 2018 von einem vierköpfigen Planungsteam erarbeitet wurde, widmet sich diesen Fragen und gibt erste Antworten darauf.


Methode

Die städtebauliche Vertiefungsstudie zeigt vier Möglichkeiten auf, wie der dreieckige Perimeter im Norden des BASF-Areals zwischen Klybeckstrasse und Altrheinweg dereinst weitergebaut und umgestaltet werden könnte. Darin enthalten sind insbesondere Überlegungen zum Stadtraum, zu den Aussenräumen, zu baurechtlichen Fragen sowie zur Ausnutzung und den Grobkosten. Bewusst wurden alle Varianten auf der Basis von vergleichbaren Grundannahmen in Bezug auf den Bestand, die bauliche Dichte und das Nutzungsspektrum erarbeitet. Im direkten Vergleich können somit die unterschiedlichen städtebaulichen Konzepte bewertet und darauf aufbauend weitere Wünsche und Bedürfnisse der beteiligten Akteure formuliert werden.

Während die bestehenden Industriebauten auf dem Perimeter heute grösstenteils ungenutzt sind, bieten diese nach wie vor eine werthaltige und anpassungsfähige Grundstruktur für künftige Nutzungen. So werden hier im Wesentlichen vier verschiedene Konzepte für eine neue Bebauung im westlichen Teil des Areals, der WohnZone, im Kontext der bestehenden Wohnhäuser der Wohngenossenschaft Klybeck sowie der Industriebauten im östlichen Teil aufgezeigt. Als weitere Vorgabe wurde angenommen, dass die neue Bebauung im Rahmen der geltenden Vorschriften für die Zone 5a zu realisieren sei und das Areal dereinst eine gut abgestimmte Mischung aus Wohn- und Gewerbenutzungen sowie Freiflächen aufweisen soll. Demgegenüber wurden möglichst grosse Unterschiede in Bezug auf die städtebauliche Konfiguration gesucht: Zum Beispiel gilt es umsichtig zu klären, welche Bedeutung dem ursprünglichen Verlauf der Kleinhüningerstrasse beigemessen werden soll oder welche Bebauungs- und Freiraumtypologien bei der Entwicklung des Gebiets zu bevorzugen sind.

VerfasserInnen Vertiefungsstudie

Céline Baumann, Landschaftsarchitektin D.P.L.G.
Martin Josephy, Architekt und Stadtplanung Basel
Vesna Jovanovic, Dipl. Ing. Architketin
Martina Kausch, Architektin FH, MAS ETH ARCH/GTA

Das gesamte Dossier Städtebauliche Vertiefungsstudie Dreieck Klybeck kann auf Wunsch über mail@martinakausch.ch bezogen werden.



Plan A: HISTORISCHE STRASSE

Die historische Strassenführung am südlichen Ende der Kleinhüningerstrasse soll wieder hergestellt werden. Dieser Strassenabschnitt teilt den Planungsperimeter in zwei ungleiche Teile. Entlang dem Altrheinweg ergibt sich ein Block in Form eines langgezogenen Dreiecks, dessen nördlicher Abschluss von der bestehenden Wohnbebauung der Wohngenossenschaft Klybeck gebildet wird. Auf dem verbleibenden Teil dieses Blocks wird die für das ehemalige Arbeiterquartier typische Blockrandtypologie mit vier L-förmigen Volumen neu interpretiert. Differenziert ausgestaltete Wohnhöfe und Quergassen mit Blick auf den Rhein schaffen hier eine geborgene Atmosphäre. An der Südspitze der neuen Überbauung, wo die Kleinhüningerstrasse, der Altrheinweg und die verlängerte Mauerstrasse aufeinandertreffen, entsteht ein prominenter Knotenpunkt mit direktem Bezug zum Rhein. Mit einem beinahe auf null laufenden Gebäude – ähnlich dem Flat-Iron Building in New York – wird dieser Ort akzentuiert.
Im östlichen Teil des geteilten Perimeters entsteht ein grösserer, ebenfalls dreieckiger Block, wo die bestehende Bebauungsstruktur umgenutzt und sukzessive verändert bzw. erneuert werden kann. Die Wiederherstellung der historischen Strassenführung setzt jedoch voraus, dass der bestehende Bau K105 abgerissen wird. An dessen Stelle entsteht ein Quartierplatz mit chaussierten Grüninseln.


Plan B: BLOCKRAND IM DREIECK

Zwei neue Gebäudezeilen mit Vorgärten bilden zusammen mit den bestehenden Wohnbauten der Wohngenossenschaft Klybeck ein dreieckiges Ensemble um einen begrünten Innenhof herum. In dessen Mitte entsteht ein Hofgebäude, welches der Gemeinschaft dienen soll und als experimentelles Baumhaus angedacht ist. Ein weiterer Neubau wird an der südwestlichen Ecke des Perimeters in das orthogonale Industrieraster eingefügt. Während sich die beiden neuen Zeilenbauten in ihrer Dimensionierung auf die bestehende Bebauung an der Klybeckstrasse und am Altrheinweg beziehen (Zone 5a), könnte der neue Solitär und das gemeinschaftliche «Baumhaus» 25 bzw. 30 m hoch werden. Im südlichen Teil des Areals führen zwei baumbestandene Quergassen vom Horburgquartier zum Rheinufer. Bei diesem städtebaulichen Konzept sind innerhalb des Perimeters «Dreieck Klybeck» jedoch keine expliziten Strassenräume vorgesehen. Die Erschliessung und Durchwegung ist informell organisiert, so dass alle Aussenräume zum Aufenthalt und als Spielflächen genutzt werden können. In Nord-Süd-Richtung ist eine Kulturachse vorgesehen, die nicht nur dem «Dreieck Klybeck», sondern darüber hinaus auch dem südlich anschliessenden Quartier als zentraler Begegnungsraum dient.


Plan C: ORDNEN UND ERGÄNZEN

Mit zwei einfachen Volumen wird die bestehende Bebauungsstruktur im Planungsperimeter ergänzt und neu geordnet. Den Häusern der Wohngenossenschaft Klybeck wird ein U-förmiges Gebäude gegenübergestellt. Zusammen bilden diese einen Blockrand mit einem allseits geschlossenen Wohnhof. Südlich davon werden zwei frei stehende Industriebauten mit einem weiteren U-förmigen Gebäude gegen den Rhein hin gefasst. Auch hier spannt sich im Zwischenraum ein klar definierter Innenhof auf. In ihrer Grösse und räumlichen Anordnung ist diese Situation vergleichbar mit dem Warteck-Areal im Wettsteinquartier.
Bei diesem städtebaulichen Konzept ergeben sich die Erschliessungs- und weiteren Freiräume quasi von innen heraus: An drei Seiten des Areals liegen je gleichwertige Zugänge von den angrenzenden Strassen bzw. Wegen her. Ein grosszügiger öffentlicher Raum entsteht beim Restaurant Platanenhof an der Ecke Klybeckstrasse / Kleinhüningerstrasse. Ausgestattet mit einem Brunnen, mit grünen Inseln und einzelnen Bäumen wird dieser Ort zu einem Treffpunkt nicht nur für das «Dreieck Klybeck», sondern auch für das ganze Quartier.


Plan D: KOMPAKTE SOLITÄRE

Ausgehend von der orthogonalen Anlage der bestehenden Industriebauten wird die Bebauung des Areals mit weiteren Einzelvolumen ergänzt. Im Gegensatz zur herkömmlichen Blockrandstruktur führt diese Bebauungsform zu kompakten, nutzungsneutralen Gebäudetypen, die zugleich nach innen gerichtet und nach allen Seiten hin offen sind. Dementsprechend wird der Stadtraum nicht von langen Gebäudefluchten, sondern durch ein Zusammenspiel aus versetzten Gebäudeflanken und unterschiedlich dimensionierten Zwischenräumen charakterisiert. Diese Aussenräume sind als Baumhallen gedacht und dienen als informelle Erschliessungs- und Aufenthaltsbereiche. An der Schnittstelle zwischen dem orthogonalen Ensemble und der bestehenden Wohnbebauung an der Klybeckstrasse wird eine rechteckige Parkfläche, nach dem Vorbild der Josef Wiese in Zürich, ausgeschieden. Als stadträumliche Referenz bietet sich das Hunziker-Areal der Genossenschaft «Mehr als Wohnen» in Zürich an.

Philosophie und Struktur

Gemeinschaftlichkeit, Nachhaltigkeit und Diversität
Das Stadtprojekt Dreieck Klybeck vereint Wohnen, Arbeiten und Gemeinschaftlichkeit. Es soll demokratisch, eigenverantwortlich und nachhaltig geführt werden. Es verfolgt eine grösstmögliche Durchmischung und schreibt Partizipation und Inklusion gross.
Die vorgeschlagene Organisationsform soll dies gewährleisten. Das Leitbild beschreibt die Werte des Projekts. Es soll von der zukünftigen Gemeinschaft verändert und weiterentwickelt werden.

Organigramm
Die vorgeschlagene Organisationsform soll Partizipation, Inklusion und Teilhabe gewährleisten. Die Berücksichtigung verschiedenster Bedürfnisse soll Platz haben innerhalb einer effizienten Verwaltung und zielorientierter Findungsprozesse.

Das Dach
Der Verein Dreieck Klybeck bildet die Dachorganisation des Projekts Dreieck Klybeck. Er ist Vertragspartner und Baurechtsnehmer, vergibt Baurechte an Genossenschaften und schliesst Mietverträge mit Nutzern im Bereich Arbeit und Kultur ab. Der Verein verfügt über ein Budget, mit welchem Projekte aus allen Bereichen unterstützt werden können. Die Mitglieder des Vereins sind Delegierte der sogenannten Bausteine.

Die Bausteine

Bausteine sind im Bereich Wohnen die jeweiligen Genossenschaften, die ein Bauprojekt finanzieren und betreiben. Im Bereich ‚Umnutzung’ bestehen die Bausteine aus den Mietern der drei Bereichen Gewerbe, Werken und Soziokultur. Zusätzlich gibt es den Baustein ‚Konzeption’, in dem auch externe Leute eingebunden werden können. Bausteine sind als Vereine organisiert. Jeder Baustein entsendet zwei Delegierte in den Dachverein Dreieck Klybeck.

Die Bausteine konstituieren sich aus den jeweiligen Mitgliedern. Im Bereich Wohnen sind das die jeweiligen Mieter der einzelnen Wohngenossenschaften, im Bereich Gewerbe, Werkstatt und Sozio-Kultur sind es die einzelnen MieterInnen.

Die Mitglieder der Bausteine treffen sich regelmässig, um ihre Anliegen zu besprechen, Anträge zu formulieren und ihre Delegierten im Verein zu beauftragen. Die Delegierten sind an die Weisungen der Bausteine gebunden.

Die Vollversammlung
Es findet eine jährliche ordentliche Vollversammlung statt, die auf direktdemokratischen Weg Entscheide fällen kann.
Auf Antrag kann jederzeit eine ausserordentliche Vollversammlung einberufen werden.

Finanzen

Finanzierung der Gebäude und Infrastruktur
Da eine Partizipation der Mieter gewünscht ist, soll die Finanzierung der Gebäude und der gemeinsamen Infrastruktur über den Dachverband erfolgen. Mit Darlehen werden die bereits bestehenden Häuser umgebaut und saniert. Der Bau weiterer Gebäude kann entweder über die  Dachgenossenschaft oder über andere Genossenschaften erfolgen.

Finanzierung Betrieb
Der Betrieb soll vornehmlich über die Mieten finanziert werden. Ein kleinerer Teil wird auch über die Dienstleitungen, welcher der Verein anbietet, bestritten. Es ist denkbar, dass dieser Leistungsvereinbarungen mit Dritten eingeht. Um gegenseitige Dienste innerhalb des Projektes intern abrechnen zu können, kann zusätzlich ein eigenes Zahlungssystem eingeführt werden.

Finanzielle Solidarität
Damit die Räume zu fairen Bedingungen gemietet werden können, gibt es verschiedene Ausgleichs-Fonds. Denkbar sind hier:
Der Pflichtdarlehensfonds kann einspringen, wenn der Genossenschaftsbeitrag zu hoch ist. In Notfällen bei Mietengpässen kann ein Beitrag vom Notfallfonds beantragen. Ein Solidaritätsfond spricht monatliche Subventionen bei schwachen Einkommen. Über einen Projektfonds können finanzschwache Projekte subventioniert werden.

Zeitplan

Der Zeithorizont für die Realisierung des Projekts ist abhängig vom politischen Prozess, innerhalb dessen das Klybeckgelände von einer Industriezone 7 in eine Mischzone 2 (Wohnen und Arbeiten) umgezont wird. Es ist schwierig abzuschätzen, wie lange das dauert, die offizielle Zeitplanung ist schon jetzt um ein Jahr verzögert. Eine optimistische Schätzung ist vier Jahre, eine konservativere 6 bis 8 Jahre.

Initianten

Menschen

Sibylle Hauert, freischaffende Künstlerin, Wohngenossenschaft Klybeck, Restaurant Plantanenhof

Martina Kausch, Architektin, Wohngenossenschaft Klybeck

Daniel Reichmuth, freischaffender Künstler, Mitinitiant Werkraum Warteck, Schlotterbeck, Wohngenossenschaft Klybeck, ehemal. Sudhaus WWpp

Nadia Stöcklin, Ethnologin, Koordination Geschäftsstelle mozaik, ehemal. Fonds WWpp, ehemal. Sudhaus WWpp, ehemal. Union Kultur- und Begegnungszentrum

Maurits de Wijs, IT-Spezialist, Mitinitiant Werkraum Warteck, Keck Kiosk, Fonds WWpp, ehemal. Vorstand WWpp

Martin Thüring, Soziokultureller Animator Robi Spielaktionen, Vorstand Werkraum Warteck pp, Mitinitiant Werkraum Warteck pp, ehemal. Sudhaus WWpp

Christoph Moerikofer, Mediator, Verein Zukunft.Klybeck

Organisationen

Verein Dreieck Klybeck

Der Verein “Dreieck Klybeck” reagiert auf die zukünftige Umstrukturierung des Werkareal Klybeck in Basel. Er versteht sich als Werkzeug für die Planung, Entwicklung und Realisierung eines Nutzungskonzepts für den nördlichen Teil des Areals.
Der Verein dient zusätzlich auch als Forum, in welchem die Grundlagen und Bedingungen diskutiert und erarbeitet werden können, welche es zur Entstehung gemeinschaftlich genutzter Ressourcen und für das Zusammenkommen unterschiedlicher urbaner Lebensentwürfe benötigt.

Gegründet wurde der Verein Dreick Klybeck am 23. Juni 2014. Zweck des Vereins ist “die Erarbeitung eines Konzepts zur Umnutzung des nördlichen Teils der Parzelle 3090 im Norden des Areals”. Entstanden ist der Verein aus einer Arbeitsgruppe aus dem Umfeld des Werkraum Warteck pp und der Wohngenossenschaft Klybeck, die seit 2013 an der Visionierung von Dreieck Klybeck gearbeitet hat.

Kontakt Verein
Verein “Dreieck Klybeck”
Klybeckstrasse 243
4057 Basel
kontakt@dreieckklybeck.ch
PC: 61-535152-4

 

Werkraum Warteck pp

Der Verein Werkraum Warteck belebt und bewirtschaftet seit 30 Jahren das ehemalige Brauereigebäude Warteck. Vor zwanzig Jahren führte ein Volksentscheid dazu, die ehemalige Brauerei Warteck zu einem Kulturbetrieb umzunutzen. Die seit 1990 leerstehenden historischen Gebäude der ehemaligen Brauerei sollten fortan mit kulturellen Inhalten belebt werden.

Die Umnutzung dieses Industriegebäudes und die Etablierung eines lebendigen Kultur- und Begegnungsraums ist eine Pionierarbeit im Bereich der Stadtentwicklung von Basel. Heute gehört “das Warteck” mit seinen verschiedenen Gesichtern zu einem festen Bestandteil unserer Stadtkultur. Das Haus beherbergt ein breites Spektrum unterschiedlicher Projekte und Räume aus den Bereichen Handwerk, Gastronomie, Kreativwirtschaft, Musik, Tanz, Soziales und Kunst. Es ist ein Veranstaltungs- und Ausstellungsort, aber auch ein Ort des Lehrens und Lernens, der Produktion und der Gastfreundschaft auf Zeit. Dieses vielfältige kulturelle, soziale und künstlerische Angebot richtet sich an ein breites Publikum. Erprobt, gelebt und umgesetzt wird seit vielen Jahren eine Form des Zusammenarbeitens, -lebens, -denkens und -handelns.

Wir sind überzeugt, dass die Stadt Basel noch mehr solcher Werkräume braucht. Das Interesse und den Bedarf spüren wir unmittelbar im Alltag. Das Kleinbasel ist reich an Kunst- und Kulturschaffenden, Handwerkern und Projekten der Soziokultur. Das Zusammenführen dieser Initiativen lässt Neues entstehen, Begegnungen und Vernetzung werden möglich und bereichern das ganze Quartier.

Wohngenossenschaft Klybeck

Die Wohngenossenschaft Klybeck (WGK) konnte 2004 die 12 ehemaligen Arbeiterhäuser an Klybeckstrasse und Altrheinweg von der Novartis kaufen. Die WGK verfolgt den Zweck, «in gemeinsamer Selbsthilfe und Mitverantwortung ihren Mitgliedern gesunden und preisgünstigen Wohn-, Gewerbe- und Kulturraum zu verschaffen und zu erhalten».

Die Ursprünge der WGK sind in der Interessensgemeinschaft Klybeck zu verorten, die zu einem guten Teil aus den Jugendbewegungen der 80er Jahre hervorgegangen ist. Beide Gemeinschaften leisten bis heute einen entscheidenden Beitrag für die soziale und kulturelle Vielfalt im Quartier. (Restaurant Platanenhof, Tiki Bar, Gemeinnütziges Hinterhaus, Neues Kino, Musikpalast, Klybeckfest).

Seit dem Bekanntwerden der Verkaufspläne der BASF im Sommer 2013 ist die Wohngenossenschaft daran interessiert, in ihrer direkten Nachbarschaft ein Generationenwohnprojekt in einem Neubau zu ermöglichen. Dort soll es in Zukunft barrierefreies Wohnen geben, so dass ein ganzer Lebenszyklus in der Gemeinschaft verbracht werden kann. Neben diesen Alterswohnungen sollen auch grosse Einheiten für Familien und verschiedenartige Wohngemeinschaften errichtet werden.